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Das Problem mit den deutschen Arbeitgebern

03. Mai 2018, 12:10 Uhr

Freie Analysen

Die aktuelle Lage auf dem deutschen Wohnungsmarkt ist Desaströs und führt in wenigen Jahren zu einem vollkommenen Kollaps des Immobilienmarktes, da sich kaum noch einer Wohnraum leisten kann. Das ist keine Frage sondern eine Feststellung, doch auch auf dem deutschen Arbeitsmarkt zeichnet sich eine ganz ähnliche Prognose ab. Das hat verschiedene Ursachen, eine der gewichtigsten Ursachen allerdings beginnt gerade ihre Kreise zu ziehen, das neue „Zeitarbeitergesetz“, aber beginnen wir ganz Vorne.

Das Problem ist die Mentalität in Deutschland. Zum einen importieren wir immer mehr Probleme aus dem Ausland. Das amerikanische System zum Beispiel, das Mitarbeiter als „austauschbare Ressource ohne großen Mehrwert“ ansieht findet auch hierzulande immer mehr Anklang. Vielleicht sind die Top Arbeitgeber laut Fortune Magazin noch nicht ganz davon betroffen aber auch hier wird die Luft immer enger. Aktuell geht alles nur noch über Gewinn.

Vor einigen Jahren wurde die Leiharbeit in Deutschland modern. Als Wiedereinstieg in die Arbeitswelt für Langzeitarbeitslose und einfache Personalbeurteilung für Arbeitgeber war das Ganze eigentlich gedacht, doch schnell wurde das System zur Maximierung von Flexibilität und Gewinnen ausgenutzt. Leiharbeit ist mittlerweile fester Bestandteil in der deutschen Wirtschaft und viele Berufsfelder suchen hunderte von Mitarbeitern aber alle nur über Zeitarbeit. Dabei sind Anstellungszeiten von 10-15 Jahren auf der gleichen Stelle keine Seltenheit. Diese Mitarbeiter sind leicht kündbar und müssen im Krankheitsfall nicht bezahlt werden. Bei längeren Ausfällen kann man sogar Ersatz fordern, ein Super Prinzip für Arbeitgeber.

Im letzten Jahr jedoch hat eine engagierte Arbeitsministerin versucht die Situation zu verbessern. Mit einem neuen Gesetz sollte dafür gesorgt werden das Zeitarbeiter besser bezahlt werden müssen und nur noch maximal 2 Jahre in einem betrieb arbeiten dürfen. Diese Gesetzeslage wurde allerdings komplett auseinandergenommen und so lange bearbeitet bis eine Gleichstellung bei der Bezahlung erst nach 15 Monaten erfolgen muss und die Leiharbeiter die Betriebe nicht für immer sondern nur für 3 Monate verlassen müssen. In einigen Bereichen hat das geklappt und einige Firmen haben ihre Leiharbeiter übernommen, bei einem Großteil sieht es allerdings anders aus.

Da Zeitarbeitsfirmen in der Regel nicht in der Lage sind ihre Mitarbeiter für 3 Monate bei Arbeitgebern unterzubringen, irgendwie verständlich, wer sucht Mitarbeiter ausschließlich für 3 Monate, bleiben die Arbeitnehmer diese 3 Monate in der Regel zuhause. Allerdings wollen die Arbeitgeber diese Zeit auch nicht bezahlen, weshalb die Mitarbeiter dazu angehalten werden ihre Urlaubstage aufzusparen und Überstunden anzusparen um die Zeit ausgleichen zu können. Aus einem Praxisbeispiel lässt sich ableiten das diese Mitarbeiter in Zukunft 15 Monate am Stück durcharbeiten müssen, ohne Urlaub zu nehmen damit sie die 3 Monate aus dieser Reserve selbst decken können.

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Das hat den Vorteil das Arbeitgeber und Zeitarbeitsfirmen alle 15 Monate eine neue Personalkarte ausstellen können und das Gehalt komplett neu verhandeln können. Weder Zeitarbeitsfirmen noch Kunden haben Kosten hierdurch. Die einzigen die unter dieser Vorgehensweise leiden sind die Arbeitnehmer und zwar auf allen Seiten, denn die Leiharbeiter müssen alle 18 Monate mit sinkenden Löhnen rechnen und die Mitarbeiter beim Kundenbetrieb müssen den „Leerstand“ der Stellen auffangen.

Durch den existierenden Druck durch Hartz IV und den Möglichen sozialen und finanziellen Absturz werden viele Leiharbeitnehmer hier aber keine Maßnahmen ergreifen und sich nicht dagegen wehren. Das Ende vom Lied werden massiv steigende Krankenstände, überfordertes Personal, extrem steigende psychische Belastungen und vieles mehr sein. Wie lange ein solches Prinzip bei 1,13 Millionen Leiharbeitern in Deutschland (Stand Februar 2018) funktionieren kann ist eine Frage die sich wohl jeder selbst beantworten kann.

Anmerkung des Autors:
Ich selbst als Leiharbeitnehmer kann die Behauptung das ich den Urlaub aus Überstunden und Urlaubstagen selbst finanzieren soll belegen, falls hier fragen aufkommen sollten. Im Zweifelsfall können sie sich gerne an ihren Vertragspartner mit dem Wunsch des Nachweises wenden und ich lasse ihnen ein anonymisiertes Schreiben meines Arbeitgebers zukommen….

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