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Kryptographie – warum Verschlüsselungstechniken in aller Munde sind

08. November 2018, 13:20 Uhr

Freie Analysen

Die Kommunikation verläuft zunehmend digital. Durch die technologische Vernetzung ist es inzwischen möglich, Informationen innerhalb von Sekundenbruchteilen einmal um die komplette Welt zu schicken. Aber wie können Nachrichten in Bits und Bytes vor Außeneinsicht geschützt werden? Die Antwort lautet: Kryptographie.

Das meint der Begriff

„Kryptographie“ ist aus dem griechischen entlehnt: „kryptós“ bedeutet „verborgen“ und „gráphein“ heißt „schreiben“. Wörtlich könnte der Begriff also mit „verborgen schreiben“ oder „verborgene Schrift“ übersetzt werden. Die Kryptographie ist also die Wissenschaft des geheimen Schreibens und damit ein Teilbereich der Kryptologie, die Wissenschaft der allgemeinen Informationsverschlüsselung. Demgegenüber beschäftigt sich die Kryptoanalyse mit der Dechiffrierung von kryptographischen Informationen.

Technisch-theoretisch wird die Kryptographie in zwei Elemente aufgeteilt: Zum einen die Verschlüsselungsmaschine bzw. das jeweilige Verschlüsselungssystem und zum anderen der hierfür benötigte Schlüssel.

Schon lange vor den ersten Computern versuchten Menschen, schriftliche Informationen durch geheime Codizes vor den Augen Anderer zu verbergen. Gaius Julius Cäsar wurde unter anderem durch die Cäsar-Scheibe bekannt, eine Verschlüsselungssystem, welches wörtlich aus zwei Scheiben bestand und Buchstaben in ihrer alphabetischen Reihenfolge verschob. Eine der bekanntesten, kryptographischen Maschinen der jüngeren Geschichte ist die ENIGMA, welche die deutsche Wehrmacht im zweiten Weltkrieg einsetze.

Weshalb ist die Kryptographie jetzt so wichtig?

Das Internet hält unbestritten viele Möglichkeiten bereit. Dennoch sorgt es auch für eine Vielzahl an rechtlichen Problemen, wie die Skandale und Debatten der letzten Jahre mehr als überdeutlich gezeigt haben. Denn lange waren User im digitalen Raum weitestgehend ungeschützt – vor Spionage, Betrug und Datenmissbrauch. Das allgemeine Verständnis für IT-Angelegenheiten und die eigenen Daten wächst. Zukünftig bedarf es digitaler Kontroll- und Schutzmechanismen, um die Möglichkeiten digitaler Kriminalität einzuschränken und klare Spielregeln zu schaffen.

Kryptographische Vorgehensweisen im alltäglichen Leben – abseits von geheimdienstlichen Aktivitäten etwa – sind dementsprechend in mehreren Zusammenhängen von Bedeutung. Zum einen geht es darum, persönliche Nachrichten von Bürgerinnen und Bürgern zu schützen – denn schließlich muss dem Grundsatz des Schutzes der Privatsphäre entsprochen werden. Massenüberwachungen durch Geheimdienste, wie sie in der Vergangenheit stattfanden, soll künftig vorgebeugt werden.

Abgesehen davon ist eine verschlüsselte Kommunikation im Netz für verschiedene Parteien nicht nur interessant, sondern gar essentiell. Konzerne bspw. sind natürlich an Verschlüsselungstechniken interessiert, um vertraulich kommunizieren zu können und u. a. Wirtschaftsspionage zu vermeiden. Vor allem digitale Dienstleiter müssen kryptographische Systeme anwenden, um die Daten Ihrer Nutzer und somit die Nutzer selbst zu schützen.

Andersherum steht natürlich auch die Frage im Raum, wann bereits bestehende Verschlüsselungstechnologien aufgehoben werden sollten, um etwa eine strafrechtliche Verfolgung zu ermöglichen.

Das Recht oder gar die Pflicht zu einer allgemeinen Verschlüsselung im freien Internet und die Möglichkeiten, die sich aus modernen Verschlüsselungssystemen ergeben, werden auch in den nächsten Jahren noch diskussionsbestimmend sein.

Mehr zur Kryptographie und deren Geschichte lesen Sie unter passwort-generator.com.

Von Alexander Kretschmar

Alexander Kretschmar studierte Rechtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin mit Abschluss der juristischen Zwischenprüfung. Danach schloss sich ein Bachelorstudium im Bereich des Journalismus an. Seither kombiniert er seine beiden Interessensgebiete „Recht“ und „Berichterstattung“ und ist als freier Rechtsjournalist für verschiedene Verbände in Berlin tätig. Schwerpunkt seiner Beiträge bilden vor allem datenschutzrechtliche Fragestellungen sowie Digitalthemen.

Der Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V. wurde im August 2015 von Rechtsanwalt Mathis Ruff in Berlin gegründet. Für den juristischen Laien steht einem grundlegenden Verständnis zumeist das „Juristendeutsch“ im Wege; entsprechende Recherchen gestalten sich in der Regel als zeitaufwendig und komplex. Ziel des Verbandes ist es daher, über zentrale rechtliche Themenkomplexe in einer verständlichen Sprache zu informieren. Der Berufsverband der Rechtsjournalisten e.V. stellt ausschließlich Informationsportale bereit, bietet jedoch keine Rechtsberatung an.

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